Wer sich mit der Zucht des Kanarienvogels befassen möchte, sollte unbedingt Grundkenntnisse über die Vererbung beherrschen, da Zucht im Unterschied zur reinen Vermehrung der Art viel Verantwortung bedeutet. So müssen gewünschte Eigenschaften (Farben, Formen, Verhaltensweisen u.a.) gezielt durch die Zucht weiter gefestigt werden.
Wer einen schönen bunten Kanarienvogel mit einem anderen schönen bunten Vogel verpaart ohne die folgenden Vererbungsgrundsätze zu kennen, handelt verantwortungslos. Das gilt insbesondere dann, wenn durch die Zuchtverzufallung letale (tödliche) oder krankmachende Genfaktoren bei den Jungtieren zum Tragen kommen. Im Folgenden habe ich daher versucht, das notwendige Vererbungswissen so allgemein verständlich wie möglich darzustellen.

Soll die Vererbung möglichst von Grund auf betrachtet werden, kommt man nicht umhin, die Stellung unserer Kanarien im Tierreich kurz zu streifen.  Grundsätzlich wird unter dem Gesichtspunkt des Körperaufbaues zwischen "niederen und höheren Wesen" unterschieden.  Die Vögel (und damit auch unsere Kanarien) gehören, wie der Mensch, zu den höheren Wesen, deren fertig entwickelter Körper aus einer Vielzahl von Zellen (Körperzellen) besteht.  Diese Vielzahl von Körperzellen haben die höheren Wesen in ihrem Entwicklungsstadium (Embryostadium) noch nicht. Am Anfang steht auch bei ihnen eine Körperzelle, die bei der Befruchtung aus der Vereinigung der Geschlechtszelle des Vaters (Samenzelle) und der Geschlechtszelle der Mutter (Eizelle) entsteht.  Die weitere Entwicklung (Wachstum) des Embryos geht durch fortlaufende Körperzellenteilung (Gleichteilung) vonstatten.
Die einzelne Körperzelle besteht aus einer Anzahl von Bauteilen.  Im Rahmen der Vererbung sind in erster Linie die im Zellkern befindlichen Chromosomen oder Kernschleifen interessant.  Die Kernschleifen sind immer paarig (zweimal) im Zellkern vertreten.  Die Anzahl der Kernschleifenpaare, die wissenschaftlich mit "n" (n-Paare) bezeichnet werden, ist für jede Tierart verschieden.  Unsere Kanarien (Serinus canaria) haben nach derzeitigen Erkenntnissen 84 Chromosome oder 42 Chromosomenpaare.  Für die nachfolgenden Abbildungen wurde rein darstellungsmäßig die Zahl "4 n" (4 Paare) gewählt, was keinesfalls mit der Zahl "n" für Kanarien identisch ist.  Die Formen der Kernschleifen wurden bewusst verschieden dargestellt, um die einzelnen Paare leichter auseinander halten zu können und damit die Vererbung allgemein verständlicher zu machen.  Die einzelnen Chromosomen oder Kernschleifen setzen sich aus kleinen Scheibchen oder Kammern (den Genen) zusammen,was in Abbildung 3, einer Ausschnittsvergrößerung von Abbildung 1 schematisch dargestellt ist.


G e n e
Gene sind Erbanlagen zu bestimmten Erbeigenschaften (wie etwa Farbe, Gestalt, Form, Geschlecht, Gesang, Federstrukturen usw.). Der Begriff "Erbanlagen" wird bewusst gewählt, weil die Gene keine fertigen Eigenschaften, wie oft fälschlich gesagt, sondern nur die Anlagen zu den Eigenschaften sind.  Die Gene (Erbanlagen) sind logischerweise genau wie die Chromosomen (Kernschleifen) in den Körperzellen immer paarig (2 mal) vorhanden.  Die Gene selbst werden mit Buchstaben, teilweise auch mit Buchstabenkombinationen gekennzeichnet oder besser gesagt symbolisiert:

z.B.:         R =Rot; G = Gelb; S = Schwarz; H = Haubenfaktor; M = Melaninbildung; r = Rot fehlt; g = Gelb fehlt; s = Braun; m = Albinismus.

Aus diesen Beispielen ist ersichtlich, dass die Gene (Erbanlagen) teilweise mit großen und teilweise mit kleinen Buchstaben bezeichnet werden.  Das ist nicht zufällig so, sondern hat die Bewandtnis, dass alle dominanten (beherrschenden) Anlagen mit großen Buchstaben, und alle rezessiven (zurückweichenden) Anlagen mit kleinen Buchstaben bezeichnet werden:
S = Schwarz und s = Braun,

Schwarz dominiert also über braun, oder braun ist rezessiv gegenüber schwarz, oder auch braun wird von schwarz beherrscht.
Kleine Buchstaben können aber auch einen anderen Fall ausdrücken, nämlich eine fehlende Anlage, wie zum Beispiel

R = Rot und r = Rot fehlt.

Liegen Anlagen in dem selben Kernschleifenpaar, wie z.B. G, g und R, r vor, dann haben wir es mit einem gekoppelten Vorhandensein der Anlagen zu tun (Abb. 4a).
Ist das Kernschleifenpaar, in dem die Anlagen gekoppelt sind, gleichzeitig auch noch das Geschlechtskernschleifenpaar, so spricht man nicht von gekoppelt, sondern von gebundener, der geschlechtsgebundenen Vererbung (Abb. 4b).
Neben der bereits erwähnten Wachstums- oder Körperzellengleichteilung (Abb. 2), bei der aus der Ursprungszelle jeweils zwei identische Zellen entstehen, gibt es noch die 2. Geschlechtszellenteilung, auch Reduktions- oder Minderungsteilung genannt.  Die entstehenden Geschlechtszellen (Samenzellen beim Hahn, Eizellen beim Weibchen) haben die Charakteristik, dass sie keine Kernschleifen- und Genpaare, sondern nur einzelne Kernschleifen und Gene haben (Abb. 5).  Dieser Vorgang ist auch logisch nachvollziehbar.  Die Samenzelle des Vaters vereinigt sich mit der Eizelle der Mutter.  Beide Zellen haben jeweils eine Kernschleife und ein Gen zu den entsprechenden Anlagen, z.B. Farbe.  Durch die Vereinigung der beiden Geschlechtszellen entsteht die ursprüngliche Körperzelle des neuen Kanarienvogels, die dann wiederum jeweils zwei Kernschleifen bzw.  Gene besitzt.  Hätten die Geschlechtszellen jeweils zwei Kernschleifen bzw.  Gene wären in der neuen Körperzelle 4 Kernschleifen bzw.  Gene für die entsprechenden Anlagen vorhanden.

Geno- und Phänotyp

Schreibt man alle bekannten Symbolbuchstaben und damit einen Teil des Inhalts aller Körperzellen-Zellkerne eines Vogels auf, so erhält man die Erbformel.  Je nach Vollständigkeit wird dies auch als Erbbild (Genotyp) bezeichnet, dem gegenüber steht das Aussehen des Vogels, also sein Sichtbild (Phänotyp).

Sichtbild und Erbbild stimmen nicht immer überein, d.h. dass Vögel etwas anderes vererben, als sie in ihrem Aussehen (Sichtbild) erkennen lassen.
Es gibt dominante und rezessive Anlagen bzw.  Eigenschaften (mit Eigenschaften bezeichnet man fertige "Dinge", wie Farben, Gestalt, Gesang usw.).  Die noch als Gene schlummernden Vorbedingungen zu den Eigenschaften nennt man Anlagen.  Etwas anders ausgedrückt, was beim Sichtbild die Eigenschaften, sind beim Erbbild die Anlagen. Gezeigt werden im Sichtbild nur dominante Eigenschaften, sie beherrschen die rezessiven Eigenschaften.  Die rezessiven Eigenschaften können nur dann im Sichtbild erscheinen, wenn die, sie beherrschenden, dominanten Eigenschaften nicht mehr vorhanden sind.

1 .     Ein im Sichtbild grüner Hahn (Weibchen sind hiervon wegen geschlechtsgebundener Vererbung ausgeschlossen) kann im Erbbild braun und / oder Verdünnung haben.
2.     Ein im Sichtbild gelber Vogel (gleich ob Henne oder Hahn) kann im Erbbild englischweiß haben.
3.     Ein Isabellvogel nach dem Sichtbild, ist auch nach dem Erbbild ein Isabellvogel.

Ändert sich plötzlich das Erbbild - das Sichtbild braucht sich dabei nicht unbedingt zu ändern - haben wir es mit einer Mutation zu tun (Mutationen sind immer erblich). Ändert sich jedoch nur das Sichtbild, ohne dass sich das Erbbild ändert, handelt es sich um eine Modifikation.
Durch Mutationen unterscheiden sich unsere heutigen Kanarienvögel vom Wildvogel Kanarengirlitz (Serinus canaria).  Eine Ausnahme hiervon macht der ebenfalls erbliche Rotfaktor, der durch Einkreuzung entstanden ist.
Modifikationen unserer Kanarien sind unter anderem farbgefütterte Vögel und auch solche mit Federdeformationen, bedingt durch Umwelteinflüsse.

Erbformeln

Die Kenntnisse über die Gesetzmäßigkeit der Genetik gehen auf die Versuche des berühmten Augustinermönches Johann Gregor Mendel (1822-84) zurück.   Die von ihm gewonnenen Erkenntnisse über die Gesetzmäßigkeit der Vererbung werden daher heute nach ihm benannt. Man spricht von den Mendelschen Gesetzen.

Für das 1. Mendelsche Gesetz gilt: Werden zwei reinerbige aber z.B.
farblich unterschiedliche Kanarien gepaart, dann sind die Nachkommen stets gleich.  Die erste Nachfolgegeneration ist die Filialgeneration, kurz F 1 genannt.  Wenn die Erbeigenschaften der Eltern - kurz P genannt -  gleich sind, bilden die Kinder, F 1 - Generation, eine Mischform und sehen gleich aus.  In diesem Zusammenhang spricht man von mittelnder oder intermediärer Vererbung.  Die F 1 - Generation ist spalterbig in den Eigenschaften beider Eltern.
In der Praxis erhalten wir solche mittelnde Formen bei der Paarungeeines gelben und roten Kanarienvogels. Die F 1 -Generation ist spalt orange (Vf 9 = GgRr).
Ist eine Erbeigenschaft eines Elternteils dominant, werden die Vögel der F 1 -Generation ebenfalls alle gleich aussehen und spalterbig sein.  Sie gleichen im Aussehen dem dominanten Elternteil.  Paart man z. B. einen Vogel der Schwarzreihe mit einem Opalvogel, werden alle Nachkommen schwarz aussehen und spalterbig in opal sein.

Wegen des gleichen Aussehens der Nachkommenschaft in der F 1 - Generation wird das 1. Mendelsche Gesetz auch das Gleichförmigkeits-, Uniformitäts- oder Reziprozitätsgesetz genannt.

Das 2. Mendelsche Gesetz wird auch als Spaltungsgesetz bezeichnet. Werden die Vögel der F 1 -Generation untereinander gepaart, spalten ihre Nachkommen, die F 2-Generation, sofern intermediäre Vererbung seitens der P-Generation vorlag, im Verhältnis 1:2:1 auf.  Bei dem o.a.
Beispiel müssten ein gelber-, zwei sparlt orange und ein roter Vogel zu erwarten sein.
Bei dem zweiten Beispiel, domirianter Schwarzvogel mal rezessiver Opalvogel, spaltet die F2-Generation auf im Verhältnis 3 : 1. Ich erhalte im Phänotyp drei Schwarzvögel und einen Opalvogel, der reinerbig ist.
Zwei der Schwarzvögel sind im Genotyp allerdings spalt opal, einer ist reinerbig, der durch Kontrollpaarungen festgestellt werden kann.
Im Phänotyp erhalte ich ein Verhältnis von 3 : 1,  im Genotyp das be-
reits bekannte Verhältnis von 1: 2: 1.

Neben der intermediären und dominant / rezessiven Vererbung gibt es auch die geschlechtsgebundene, die bei Kanarien recht häufig vorkommt.
Das Vorhandensein der geschlechtsgebundenen Erbmerkmale verändert naturgemäß die in den Gesetzen festgeschriebenen Verhältniszahlen.

Das 3. Mendelsche Gesetz lehrt, dass die verschiedenen Erbanlagen völlig unabhängig voneinander, also frei, vererben.  Als Beispiel sei genannt dass Melanine unabhängig von der Fettfarbe vererben, dass der Haubenfaktor unabhängig von anderen Faktoren vererbt, ebenso der dominantweiße, der Intensitäts-, Phaeo-und Opalfaktor.

Alle bekannten Erbeigenschaften zusammen ergeben die Erbformel eines Vogels.

   Ein"schwarz weiß dominanter Hahn" von rot, der braun- und verdünntblütig ist,   
   kann  folgende Formel haben: KK Ff GG rr XX MM Ss Dd hh.

Diese Erbformeln sind natürlich nicht vollständig, denn alle Erbanlagen sind noch nicht bekannt. Dennoch kann mit den bekannten und symbolisierten Anlagen eine ganz umfassende Aussage getroffen werden.
Allerdings ist das Vorherbestimmen von Zuchtergebnissen nicht ganz problemlos, da das im Voraus errechnete mit dem tatsächlich erzielten Zuchtergebnis nicht immer übereinstimmt, obwohl die Erbanlagen der Eltern bestens bekannt waren.
Wie kommt das ?
Auch hierfür gibt es eine Erklärung.  Bei einer Begattung übergibt der Hahn dem Weibchen nicht nur einige wenige Samenzellen, sondern Hunderte.  Es finden jedoch nur so viele Befruchtungen statt, wie das Weibchen reife Eizellen hat (in einem Gelege drei bis fünf).  Hätte das Weibchen nun genauso viele reife Eizellen, wie es vom Hahn Samenzellen bekommt und alles Nachkommen ergäbe, so würde das theoretische Ergebnis Bestätigung finden.  In der Praxis ist es aber so, dass nach der Begattung zwischen den Samenzellen des Hahns ein "Wettlauf" zu den reifen Eizellen des Weibchens einsetzt, die stärksten (schnellsten) Samenzellen vereinigen sich mit den Eizellen und die Befruchtung ist abgeschlossen.  Hieraus kann gefolgert werden, dass nie präzise die zu erwartenden Jungtiere voraus bestimmt werden können.  Im Voraus ist nur der Rahmen, innerhalb dessen die Jungtiere fallen werden, bestimmbar.  Auf lange Sicht bei entsprechend viel gleichen Verpaarungen wird sich das theoretische an das praktische Ergebnis prozentual immer stärker annähern.
Um nun Verpaarungen auf dem Papier zu errechnen oder vorher zubestimmen, wird das zu Anfang erwähnte nochmals kurz ins Gedächtnis gerufen:
Die Körper unserer Kanarien als höheres Wesen bestehen aus einer Vielzahl von Zellen (Körperzellen).  Aus einigen dieser Körperzellen bilden sich bei der zweiten Reifeteilung die Geschlechtszellen (beim Hahn Samenzellen, beim Weibchen Eizellen).  Eine Eizelle verbindet sich bei der Befruchtung mit einer Samenzelle und es entsteht so die erste Körperzelle des neuen Wesens (Kanarienvogels).  Die Hälfte seiner Gene bekommt der Nachwuchs also vom Vater und die andere Hälfte von der Mutter.  Die erste Körperzelle des Embryos befindet sich nach der Legetätigkeit des Weibchens im Kanarienei.  Durch das Bebrüten beginnt nun der Embryo zu wachsen, d.h. die erste Körperzelle wird geteilt, aus der ersten Körperzelle (Mutterzelle) entstehen zwei Tochterzellen, genau gleichen Inhalts wie die Mutterzelle (Gleichteilung).  Die zwei Tochterzellen teilen sich nun wieder und es entstehen vier Körperzellen - so geht das \/Vachstum immer weiter (Abb. 6).
Soweit die Darstellung des Vermehrungsvorganges.  Nun das Ermitteln einiger Paarungsergebnisse oder besser gesagt, zeichnerische Darstellung von Erbvorgängen einzelner oder auch mehrerer Genpaare.  Hierzu stehen Hilfsmittel zur Verfügung.  In dieser Abhandlung wird mit dem Erbquadrat und dem Erbdiagramm gearbeitet, anhand derer die Erbvorgänge demonstriert werden.  Um den komplexen Bereich der Vererbung möglichst verständlich aufzuzeigen, wird mit dem Erbvorgang eines einzelnen Genpaares begonnen.
Den Fettfarbenausfärbefaktor symbolisiert man mit "F"- fehlt dieser Faktor haben wir "f'.  Da die Gene in den Körperzellen immer paarig vorkommen, gibt es drei Kombinationsmöglichkeiten dieser Gene, nämlich "FF", "Ff" und "ff".  Wie sehen nun diese Vögel in der Praxis aus, die unter anderem diese Genpaare haben?
FF     normal Fettfarbig (von Gelb bis Rot bei den Aufgehellten)
Ff     deutschweiß (das eine große "F" reicht nur noch zur Ausfärbung eines farbigen Anflugs)
ff     diese Vögel sind nicht lebensfähig (letal)
deshalb nie deutschweiß x deutschweiß paaren
Wird ein gelber Hahn (FF) mit einem deutschweißen Weibchen (Ff) verpaart, sieht das Erbquadrat/Erbdiagramm wie Abb. 7a und 7b aus.
Die Handhabung dieser beiden Schemen ist denkbar einfach, aus den Körperzellengenpaaren werden einzelne Geschlechtszellengene gebildet, aus welchen wiederum Körperzellen der zu erwartenden Nachzucht gebildet werden.
Diese beiden Beispiele zeigen, dass einzelne Erbvorgänge, die speziell interessieren, ohne weiteres separat durchgeführt werden können.  Es ist nicht unbedingt erforderlich, mit den Vollformeln eines Paares zu operieren.  Die"Deutschweißvererbung" eines Zuchtpaares ist durch das Beispiel voll und ganz geklärt.
Anders wird es, wenn zu diesen beiden Eigenschaften (Normalfettfarbig und deutschweiß) noch eine dritte Eigenschaft, sagen wir"englischweiß" hinzukommt.  Eigentlich sollte deutschweiß und englischweiß nicht vermischt werden, aber möglich ist es.
Nun müssen wir aus den Körperzellen zwei Genpaare, nämlich die Anlagen, die für diese Eigenschaften kompetent sind, entnehmen.
Zu dem Fettfarbenausfärbefaktor = "F" kommt nun noch der Karotinoideausbildefaktor  "K".  So hat ein normal fettfarbiger Vogel die Formel "KKFF" ein deutschweißer Vogel "KKFf", ein englischweißer "kkFF".  Dies sind drei Normalfälle.  Ein normal fettfarbiger Vogel kann aber auch die Formel "KkFF" haben, dann ist er blütig in englischweiß, sieht jedoch normal aus. Ebenso kann ein deutschweißer die Formel "KkFf" haben, dann ist auch er blütig in englischweiß und letztlich kann der englischweiße (normal "kkFF") auch deutschweiß vererben und so die Formel"kkFf" haben.
Wie die Geschlechtszellen (Samen- und Eizellen) aus den Körperzellen gebildet werden, ist anhand der fortlaufenden Nummerierung der Gene in Abb. 8 ersichtlich.  Jedes Gen eines Paares wird mit jedem Gen des oder der weiteren Paare kombiniert.
Obwohl hier nicht alle bis jetzt bekannten Gene von Farbenkanarien besprochen werden geht es in erster Linie um die Systematik der Vererbung. Als Abschluss der Ausführungen soll dennoch ein Erbquadrat mit je 4 Genpaaren beider Eltern aufeinander treffen Aufschluss geben.  Zu den zwei bereits bekannten Genen "F" und"K" kommen noch die Gene "G" und"R" (gelbe und rote Fettfarbe) hinzu.  Wie an den bis jetzt gezeigten Beispielen verfolgt werden konnte, gibt es für jedes neu hinzugekommene Genpaar zwei Rubriken horizontal und vertikal im Erbquadrat mehr.













Die vorstehenden Ausführungen wurden im Rahmen der Preisrichterausbildung erarbeitet und von meinen Schulungskollegen Jürgen Bockemühl und Ulrich Völker in den vorstehenden Abbildungen umgesetzt.


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